Hier kloppen sich linke Grüppchen weil sich in Nahost die rechtsradikale Hamas und die rechtsradikale israelische Regierung kloppen 🤦♂️
Ich bin mir ziemlich sicher, dass die rechtsradikale israelische Regierung auch ohne Hamas auf die Palästinenser einkloppen würde; sie haben halt 2023 eine ganz gute Ausrede bekommen. Siehe auch die israelischen Aktivitäten im Westjordanland, das gar nicht von der Hamas regiert wird.
Die Hamas halt auch. Man kann nur hoffen, dass bald eine “linke” Regierung in Israel die Wahlen gewinnt und dann mal endlich einen ordentlichen Frieden mit den Palästinensern durchbekommt. Heißt natürlich auch, dass man die “Siedler” aus dem Westjordanland raus prügeln muss. Da muss der israelische Premier gute Schusswesten tragen, wenn die Armee das machen soll.
Wird nicht passieren. Die Massaker des 7. Oktober haben das politische Spektrum in Israel erheblich nach rechts verschoben, was nun wirklich niemanden überraschen sollte. Jedes Land hätte so reagiert, ohne Ausnahme. Das heißt nicht, dass ich das gutheiße.
Israel hat übrigens mal Siedler rausgeprügelt (im Wortsinne - die sind nicht freiwillig gegangen) - aus Gaza. Endresultat: Mehr Terror statt weniger als Dank, dazu eine erhebliche Stärkung palästinensischer Extremisten, mit dem 7. Oktober als Krönung. Warum würde selbst ein linker Politiker in Israel nun geneigt sein, die Siedler - so furchtbar sie unzweifelhaft sind - aus dem Westjordanland zu vertreiben? Macht machtpolitisch, gesellschaftlich und strategisch (die Siedlungen sind wertvolle Puffer) absolut null Sinn.
Der 7. Oktober ist das größte Eigentor, das sich die Palästinenser je geschossen haben - und das nach einer langen Liste von sehr dummen Entscheidungen.
leider ist das so
Die Dimension war eine ganz andere. Netanyahu war komplett okay damit, Gaza sich selbst zu über lassen. Kein einziger israelischer Soldat war dort stationiert, sämtliche Siedler wurden dort gewaltsam vor Jahrzehnten zum Verlassen gezwungen und die Grenze wurde so wenig ernst genommen, dass selbst zu ihrer Überwachung und Verteidigung kaum Ressourcen zur Verfügung standen.
Seine Priorität war das Westjordanland, danach die Bedrohung durch die Hisbollah.
Ich bin zwar eher Pro-Palästina, aber ich bekomme den Eindruck, dass ich mit Pro-Palästina-Aktivisten dieser Sorte absolut gar nichts zu tun haben möchte … was nicht heißen soll, dass die Pro-Israel-Seite in diesem Konflikt deutlich besser klingt.
Hab auch durchaus schon öfter gelesen, dass linke Palästina-Aktivisten dazu neigen, andere Proteste zu einem ganz anderen Thema quasi zu übernehmen. Geht gar nicht.
Ist ein dickes Thema im Bereich LGBTQ+, leider. Es wird öfters versucht, die ganze Sache unter den Banner von Palästina zu stellen, was komplett absurd ist, wenn man auch nur annähernd eine Vorstellung davon hat, wie selbst “gemäßigte” Palästinenser (ein sehr irreführender Begriff) zu dem Thema stehen.
Ist leider wirklich so. Egal, um welches Thema es geht, es tauchen irgendwelche Helden mit Palästina-Fahnen auf und dann dreht sich die Veranstaltung um Palästina statt um das eigentliche Thema. Und wenn man ihnen sagt, dass es hier die Mitgliederversammlung des Katholischen Kirchenchors Gloria der Laurentiuskirche Lüneburg e.V. ist und man daher vllt. nicht über Palästina sprechen sollte, dann wird man wüst als Genozidfan und Zionist bepöbelt.
Mitgliederversammlung des Katholischen Kirchenchors Gloria der Laurentiuskirche Lüneburg e.V.
Hahaha, danke dafür!
Es ist schon auffällig, dass es meist Außenseiter sind, die sich in etablierte Gruppen hinein drängen. Das ist nie organisch.
Ich weiß, Nahost und Palästina sind hier eigentlich nicht die ganz erwünschten Themen. Ich habe das gepostet, weil ich es wirklich erschreckend, aber auch gleichzeitig erhellend fand, mit welchen Mitteln da mittlerweile agiert wird. Wie bestimmte Leute so drauf sind und wie aufgehetzt die gesamte Atmosphäre ist.
Ich habe mich hier auf der Seite schon gewundert, dass das Thema so extrem knallt. Wie diese ganzen wilden englischsprachigen Typen auf /c/europe drauf waren. Diese dbzer0-Geschichte. Aber wenn Menschen bereit sind, sich auf so einem Level um das Thema zu prügeln, ist es auch vollkommen logisch, dass es hier auf unserer kleinen Instanz ebenso knallt, wenn die völlig wirren Druffis aufschlagen.
Ich weiß, Nahost und Palästina sind hier eigentlich nicht die ganz erwünschten Themen.
Ich verstehe das so, dass damit deutschsprachige Nachrichten bezüglich Ereignissen in Palästina gemeint sind. Das hier ist ja ein konkretes Ereignis in Deutschland.
Dumm. Einfach nur dumm.
rant.zip
Warum ist es denn so schwer, sich erstmal ein Fundament aufzubauen und dann von da aus zu agieren?
Warum muss man sich HIER in Deutschland bekämpfen?
Ist es denn wirklich falsch, sich erstmal um die Probleme im Inland zu kümmern und DANN sich um das Internationale zu kümmern? Ich sage ja absolut NICHT, dass man nichts machen soll, aber dafür brauchst du nun mal den Rückhalt und das Mandat deiner Bevölkerung.
Klar, es gibt bestimmt Altruisten, die andere vor sich selbst stellen, ohne zu zögern, aber der Großteil der Menschen wird das nun mal einfach nicht tun, das ist tragisch, aber leider einfach Fakt. Du kannst jetzt Jahrtausende lang versuchen das menschliche Wesen zu ändern, aber wann wird dann ernsthaft Hilfe geleistet?
Diese Menschen wollen überzeugt werden. Die wollen sich wieder besser fühlen, und dann sind die auch sehr viel eher bereit, selber zu helfen! Klar geht es denen objektiv erheblich besser als den Personen in Nahost, aber damit wirst du keinen Rückhalt gewinnen.
Für die hört sich das an wie: „Euch geht es doch gut genug! Stellt euch nicht so an!“ Aber Leiden ist nun mal subjektiv. Und du musst diese leidenden Subjekte überzeugen. Rechte versuchen das mit Hass, Schuldzuweisungen und Aufstachelung.
Ich plädiere dafür, dass wir das mit Reformen, Entlastungen und Umverteilung versuchen.
Lasst uns doch von hier die Lösung „exportieren“, statt die Konflikte hierher zu „importieren“.
Die einzigen, die profitieren, wenn sich zwei Linke schlagen, sind die Reichen und die Rechten.
Ich würde eher “naiv” und “verblendet” sagen. Dumm klingt für mich zu sehr nach Grundeigenschaft, während ich das eher für mangelndes Verständnis und fehlgeleiteten Enthusiasmus halte.
antwort.zip
Organisieren ist grundsätzlich schwer.
Ich hab jüngst erst “Waging a good War” von Thomas E. Ricks gelesen, der das Civil Rights Movement aus der Sichtweise eines Militärhistorikers beleuchtet um die Elemente aufzuzeigen, die dabei einer militärischen Kampagne gleichen (Organisation, Auswahl von Zielen, Planung des “Angriffs”, Training, Logistik, Vorgehen vor Ort, Disziplin…). Das schiere Ausmaß der Vorbereitungen ist der Hammer.
Dazu kommt menschliche Ungeduld:
Aus strategischer Sicht ist es wichtig, naheliegende Ziele zu wählen, die sich realistisch erreichen lassen, diese Erfolge dann zu konsolidieren damit sie wiederum einen Grundstein für weitere “Offensiven” darstellen können. Andernfalls riskieren wir, das gewonnene wieder zu verlieren.
Gleichzeitig ist es unbefriedigend, das Ziel zu klein zu wählen. Ich will nicht nur einzelne Probleme lösen, sondern die ganze Welt verbessern. Ich hab nicht die Zeit oder Geduld, ein Problem nach dem anderen anzugehen.Die Priorisierung hier ist das Ergebnis mangelnder Weitsicht. Je länger wir mit Deutschland zubringen, desto mehr leiden die Palästinenser oder sonstige Gruppen, denen ich helfen will. Es fühlt sich egoistisch, nationalistisch an zu sagen “Mein Land ist mir (erstmal) wichtiger” wenn es meinem Land vergleichsweise besser geht.
Aber alleine kann ich wenig ausrichten. Vor allem, wenn meine eigene Regierung gegen mich arbeitet, hab ich einen deutlichen Nachteil. Da müsste ich zunächst die Regierung ändern. Das wiederum braucht, wie du absolut richtig feststellst, “nun mal den Rückhalt und das Mandat deiner Bevölkerung.”Also müsste ich, um den Palästinensern zu helfen, zunächst meinen Landsleuten helfen, denen es vergleichsweise besser geht, damit es ihnen noch besser geht, während es den Palästinensern immer schlechter geht. Dass das nicht schmeckt ist verständlich. Die Welt ist unfair, und es widerstrebt jedem Idealisten, das hinzunehmen. Ich will sie verbessern, verdammt, nicht schulterzuckend akzeptieren, dass sie (teilweise) schlimmer wird.
Aber die gnadenlose Kalkulation des Krieges, ob militärisch gegen den politischen Willen zur Aggression oder zum Widerstand eines externen Feindes oder zivil gegen den politischen Willen, der das eigene, korrupte System erhält, schert sich wenig um Idealismus. Dieser grausame Pragmatismus stößt mir auch sauer auf, aber verwehren kann ich mich ihm nicht.
Scharf formuliert ist das Priorisieren ferner Ziele vor diesem Hintergrund ein moralischer Chauvinismus, lieber nichts zu erreichen, als Leuten zu helfen, die es weniger nötig hätten als andere. Alternativ ist es ein Ausdruck verblendeter Arroganz die eigene Macht so zu überschätzen, dass man sich einbildet, man könne andere zwingen, die eigenen Kriege mitzukämpfen.
Ironischerweise ist der Ansatz, andere für die eigene Sache zu verpflichten, ein typisches Merkmal des Imperialismus. Ich will nicht unterstellen, dass das Absicht sei, wenn es auch einfach kurzsichtige Ignoranz sein kann, aber ungeschickt ist das trotzdem.
Was wir brauchen ist also die Bereitschaft, Kompromisse zu machen. Grundsätzlich zwischen den eigenen hohen Zielen und den Schranken des realistischen, aber auch im Rahmen des Versuchs, Dinge zu verbessern, ist oft ein gewisses Nachgeben nötig. Harte Kanten kommen selten gut an und provozieren mehr Widerstand.
Die CRM-Anführer haben wohl teilweise Forderungen gestellt, von denen sie wussten, dass sie zu weit gehen, damit sie bei den Verhandlungen Raum zum Nachgeben haben. Das gibt dem Ergebnis zumindest ein Stück weit den Charakter einer Einigung, statt den aufgezwungener Bedingungen.
Ich hasse Kompromisse, aber vom Stolz alleine kann ich mir nichts kaufen, wenn die Kosten weiter steigen.
Es fühlt sich egoistisch, nationalistisch an zu sagen “Mein Land ist mir (erstmal) wichtiger” wenn es meinem Land vergleichsweise besser geht.
Das kann ich unterschreiben. Bei meinem versuch das zu benennen was mir da im Kopf umher geht bin ich geistig über die Begriffszusammensetzung “National-sozialismus” gestolpert und hab ich etwas erschreckt. 😅
Dieser grausame Pragmatismus stößt mir auch sauer auf, aber verwehren kann ich mich ihm nicht.
So geht mir das mit strategischen wählen! >:(
- Will ich einen AFD-Landrat? Nein!
- Will ich einen CDU-Landrat? Nein.
- Hab ich in der Stichwahl meine Stimme dem CDUler gegeben um schlimmeres zu verhindern? Ja. Aber das fühlt sich trotzdem scheiße an!
Vor allem bin ich mir sicher das es bessere Staatsmänner/frauen/personen gibt als mich, also sind Kompromisse allein schon daher mit eingeplant.
Und ich bin mir auch sicher das es Kompromisse gibt, die das praktische mit dem gerechten verbinden.
Was weiß ich, bspw. Deutschland will aufrüsten um von den USA unabhängig zu werden? Ja dann keine Waffenexporte mehr und alles in die Arsenale. Die Waffen die da liegen werden nicht so schnell ein Krankenhaus zerstören. (Ob das wirklich so klappen kann, keine Ahnung aber etwas in die Richtung wird doch garantiert möglich sein.)
Und DAS, meine Damen und Herren (und alles dazwischen) ist ein Beispiel dafür warum die politische Linke nie wieder einen Fuß auf den Boden bekommen wird.
Es gibt keinen größeren Feind für einen Linken als ein anderer Linker.

Spalter!
Treffen sich drei Linke, enstehen 5 Splittergruppen.
Linke Splittergruppen machen linke Splittergruppen Sachen
Nah, das ist noch mal ein anderes Level
Zeigt halt auch, wessen Geistes Kind manche Linksextreme sind.
Linke in Deutschland: “wir haben einen Rechtsruck und wir sollten was gegen die afd tun!!!”
Auch linke in Deutschland: “ja aber hast du mal überlegt dich erstmal für ein Land einzusetzen in dem du nie warst oder wahrscheinlich nie sein wirst und sich 2 rechte Gruppen gegenseitig bekämpfen? Schonmal daran gedacht sich für die einzusetzen? Nein? Natürlich nicht du denkst ja nur an dein Land… Fascho…”
Das liest sich wie eine Satiere-Zeitung







