Für die Verteidigung des Glaubens sterben und andere fundamentalistische Auswüchse: Eine neue Studie zeigt, dass muslimische Jugendliche häufiger antidemokratische, abwertende und gewaltaffine Haltungen vertreten

  • Latschenkiefer@feddit.orgOP
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    4 days ago

    Diese eigenen Moralvorstellungen müssen aber im Einklang mit dem Grundgesetz stehen. Es ist nicht zu viel verlangt, dass sich alle darauf einigen können, dass sich jeder frei entfalten darf usw. Gewisse religiöse Werte lassen sich ja gut mit dem Gesetz vereinbaren, zb Almosen geben oder Fasten. Aber Homosexualität abzulehnen oder die Demokratie, ist es nicht.

    Edit: ich möchte mich korrigieren, natürlich steht allgemein im GG auch viel was man nicht gutheißen muss und kann man natürlich Moralvorstellungen haben die davon abweichen und jeder hat dass Recht auf Demokratischem Wege seine Moralvorstellungen in dass GG mit einzubringen. An die aktuellen Gesetze muss man sich trotzdem halten.

    Was ich ursprünglich meinte sind jedoch die FDGO und Menschenrechte die im GG verankert sind, diese zu akzeptieren halte ich nicht für optional. Was Österreich betrifft, weiß ich nicht genau wie dies dort geregelt ist, Rechtstatatlichkeit und Menschenrechte sind meines Wissens aber auch dort in der Verfassung zu finden.

    • Obin@feddit.org
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      4 days ago

      Ohne jetzt den Artikel gelesen zu haben und konkret darauf einzugehen um was es genau für Glaubensinhalte geht:

      Diese eigenen Moralvorstellungen müssen aber im Einklang mit dem Grundgesetz stehen.

      Diese Aussage geht aber doch aus dem Umstand hervor, dass du persönlich das Grundgesetz nach deiner eigenen Moral als gut bewertest, oder? Oder würdest du auch sagen, dass auch in Ländern wie Nordkorea die Moral des Einzelnen nicht über der Verfassung stehen kann, die (wahrscheinlich) irgendwas sagt wie dass die Kims von Göttern abstammen und deswegen unfehlbar sind?

      Oder anders: Ich stelle auch meine Moral über das Deutsche Grundgesetz, aber das Grundgesetz hat dabei das Glück, dass sich meine Moral größtenteils damit deckt. Größtenteils, weil es steht auch Bullshit im Grundgesetz, wie die geschlechtsspezifische Wehrpflicht und Ausnahme für Zwangsarbeit im Gefängnis.

      Oder nochmal anders: Wenn irgendwann die Braune Koalition alle möglichen menschenverachtenden Grundgesetzänderungen durchführt, dann sagst du ja auch nicht, “Tja, meine Moral sagt anders, aber dann halt jetzt weg mit den Ausländern und Transpersonen, weil das Grundgesetz steht über meiner Moral und darauf müssen sich alle einigen können!”

      Natürlich steht für jeden seine persönliche Moral über dem Grundgesetz, unabhängig davon ob das jetzt individuell gut oder schlecht ist. 🤷

      • Latschenkiefer@feddit.orgOP
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        4 days ago

        Du kannst ja eine Moral haben die für dich persönlich über dem Gesetz steht, aber im Umgang mit anderen Menschen muss diese Moral in den Hintergrund rücken und dass Grundgesetz an erster Stelle stehen. Weil wenn du meine Grundrechte nicht achtest und ich deine nicht, weil wir unterschiedliche Moralvorstellungen haben, dann läuft dass alles hier nicht. Du darfst deine Moral aber gerne auf demokratische Art ins Grundgesetz mit aufnehmen, zb indem du für die Abschaffung der geschlechterspezifischen Wehrpflicht stimmst.

        Und die von dir angesprochenen Änderungen des Grundgesetzes würden das Grundgesetz zu etwas anderem als dem Grundgesetz machen, da die FDGO ein fester Bestandteil dieser sind. (Zusammen mit Artikel 1 und 20 welche durch die Ewigkeitsklausel geschützt sind)

        Und sollte mal alles schief gehen und die Faschos/Islamisten oder sonst wer das Land übernehmen und die Grundrechte beseitigen, hast du das gute Recht alles notwendige zu Unternehmen um die wieder weg zu machen.

        • Obin@feddit.org
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          4 days ago

          Du kannst ja eine Moral haben die für dich persönlich über dem Gesetz steht, aber im Umgang mit anderen Menschen muss diese Moral in den Hintergrund rücken und dass Grundgesetz an erster Stelle stehen.

          Nein, das muss sie nicht. Es heißt nicht Grundgesetz, weil es über allem anderen steht, sondern weil es die Basis für alles andere ist, ein kleinster gemeinsamer Nenner, ein Bare-Minimum, ein beschissener Kompromiss, mit dem wir leben müssen, solange wir nichts besseres haben. Wenn wir alle nur exakt stur das machen was im Grundgesetz steht und keinen Strich mehr, dann sähe unsere Gesellschaft ziemlich scheiße aus, also noch beschissener als eh schon. Und dass das Grundgesetz zuweilen recht geduldig ist zeigen die Ergüsse von Jahrzehntelanger CDU-Politik.

          Du musst und sollst also keine Lobgesänge auf das tolle Grundgesetz singen, mit dem Text unterm Kopfkissen schlafen oder ihm deine eigene Moral oder Philosophie unterordnen, und wenn deine Moral nicht ein ganzes Stück über dem Grundgesetz steht, dann hab ich persönlich wenig Respekt für dich.

          Das Einzige was du musst, ist zu erwarten und zu akzeptieren, dass die Gesellschaft die in einer Verfassung vereinbarte Basis an Werten durchsetzt. Und das gilt nicht nur in unserer super-duper freiheitlichen freiheitsdemokratischen Freiheitsgrundordnung, sondern überall in der Welt, wo es wahrscheinlich genau so freiheitlich heißt, aber entweder mehr oder weniger freiheitlich ist als bei uns.

          Und die von dir angesprochenen Änderungen des Grundgesetzes würden das Grundgesetz zu etwas anderem als dem Grundgesetz machen, da die FDGO ein fester Bestandteil dieser sind.

          Das Gesetz kann man nicht brechen, weil es ist verboten das Gesetz zu brechen, so steht es im Gesetz.

          Und sollte mal alles schief gehen und die Faschos/Islamisten oder sonst wer das Land übernehmen und die Grundrechte beseitigen, hast du das gute Recht alles notwendige zu Unternehmen um die wieder weg zu machen.

          Und dir ist nicht bewusst wie dieser Übergang komplett subjektiv und flüssig ist? Und ich meine das jetzt nichtmal im Kontext von moralischem Relativismus (nicht mein Ding), sondern schlicht und einfach, dass es komplette Interpretationssache ist, wann der Punkt erreicht ist, an dem es von dem Einen in das Andere um schwingt. Ich könnte dir 100 Gründe geben warum der Punkt jetzt schon erreicht wäre, und die freiheitlichen Freiheitsverfassungsrichter des obersten Freiheitsdemokratiegericht in Braunfaschistan werden dir dann 100 Gründe geben, warum deine Rebellion trotzdem ungerechtfertigt ist, weil die Verfassung unantastbar und die FDGO ein fester Bestandteil dieser ist, bevor sie dich zum Tode wegen Hochverrat verurteilen.

    • Jako302@feddit.org
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      4 days ago

      Diese eigenen Moralvorstellungen müssen aber im Einklang mit dem Grundgesetz stehen.

      Ich muss mich an die vorhandenen Gesetze halten, wenn ich friedlich in einem Land leben möchte. Das heist aber noch lange nicht, dass ich den besagten Gesetzen zustimmen muss. Gegen das Deutsche GG fällt mir jetzt auf die schnelle nichts problematisches ein, aber es gibt so einige andere Gesetze mit denen ich eher weniger im Einklang bin.

    • nocteb@feddit.org
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      4 days ago

      Moralvorstellungen müssen im Einklang mit dem Grundgesetz stehen? Seit wann haben wir in Deutschland Denkverbot?

    • Microw@piefed.zip
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      4 days ago

      Nö, weil Österreich, nicht Deutschland. Wir haben eine Verfassung, kein Grundgesetz.

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        4 days ago

        Ja ok, ich hab jetzt aus meiner Sicht als Deutscher gesprochen, für Österreich und alle anderen Staaten gilt das ja analog. Grundgesetz ist praktisch auch eine Verfassung, heißt nur nicht so.