Wegen des Iran-Kriegs kann es nach den Worten des Chefs der Bundesnetzagentur zu moderaten Preissteigerungen beim Gas kommen. “Die Auswirkungen des Iran-Kriegs spüren alle, die an den Börsen Gas beschaffen müssen”, sagte Klaus Müller dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
“Für die meisten privaten Haushalte gelten hingegen Preisgarantien für zwölf Monate oder länger”, erklärte Müller. Es könne bei Anschlussverträgen zu Preissteigerungen kommen - “aber nicht in der Dimension wie nach dem russischen Angriff auf die Ukraine.” Müller mahnte zugleich, mit Gas sorgsam umzugehen. “Gas ist ein wertvolles Gut.”
Beim Strom sieht es anders aus. “Im Strombereich haben wir sinkende Preise durch einen - auch jahreszeitlich bedingt - deutlichen Anteil kostengünstiger erneuerbarer Energie”, sagte Müller.



Dass keine höheren Preiserhöhungen vorhergesehen werden, finde ich… erstaunlich.
Immerhin fehlen mindestens ca. 10% des Angebots auf dem Weltmarkt. 2008 hat schon eine wesentlich geringere Lücke Ölpreise von bis über 120 USD / Barrel ausgelöst. Rein rechnerisch sollte sich der Preis ca. verdreifachen - sobald keine Notfallreserven mehr auf den Markt geworfen werden.
Das dicke Ende kommt noch:
Gasspeicherfüllstand
Aktuell sind unsere Gasspeicher so leer wie lange nicht mehr. Aktuell hoffen glaub alle darauf, dass sich die Lage wieder rechtzeitig stabilisiert, aber bald müssen die Speicher wieder gefüllt werden. Und dann werden sich auch die höheren Preise bemerkbar machen.
Ich gebe der Sache noch bis Juni, bis erste Klagen der Gasunternehmen kommen, dass sie so teuer einkaufen müssen.
Die Unternehmen sehen ihre Verantwortung darin, Gewinne zu machen, nicht irgendwelche Leute mit Gas zu versorgen. Die lassen die Speicher im Zweifel leer. Wär ja noch schöner, wenn die einen Euro drauf legen müssen, damit die Omas im Berlin nicht erfrieren. Wo sind wir hier, im Sozialismus? /s
Das gilt aber nur für Gas/Öl, das auf den Spotmärkten gekauft wird.
Das meiste Gas/Öl wird auf Terminmärkten gehandelt, eben damit man kalkulierbare Preise hat.
Und wenn Deutschland da langlaufende Lieferverträge hat sind die von den aktuellen Preiskapriolen nicht betroffen.
Wenn du dann noch, sagen wir 10% zum dreifachen Preis dazu kaufen musst, dann hast du insgesamt nur eine 20% Preiserhöhung.
Die Terminmärkte spiegeln aber nicht die “Dated Brent” (beispielsweise) Preise für das eigentliche physische Produkt wieder. U.A. weil es extrem riskant ist, gegen die Kursmanipulationen der US Regierung zu spekulieren.
Würden die Märkte funktionieren, würde es nicht zu Knappheit bei Produkten wie Kerosin kommen, es wäre halt “nur” teuer.
Langfristige Verträge spielen vor allem eine Rolle bei LNG. Und wenn es hart azf hart kommt und der Lieferant am längeren Hebel sitzt, werden die auch mal gebrochen.
Das muss es bei Gas aber nicht. Das wird ja viel fürs Heizen benutzt. Nur kommt der Winter auf der nördlichen Hemisphere wo die meisten Menschen leben halt erst in einigen Monaten. Man hat also noch Zeit, bis es wirklich problematisch wird.
Im Winter gibt es aber nicht mehr Gas als jetzt. So schnell ist die Infrastruktur nicht zu reparieren.
Wenn der Krieg aufhört, dann wird eine entsprechende Passage in der Straße von Hormus geräumt, wobei eine entlang des Irans auch frei zu sein scheint. Dann kommt das LNG wieder. Der Schaden der LNG Infrastruktur dauert länger, aber vor dem Krieg kamen 20% des weltweiten LNGs aus dem Golf. Natürlich kommt auch viel Gas über Pipelines. Sprich wir reden hier von weniger als 10%.
Psssst bring die nicht auf doofe Ideen.
Umbau auf Wärmepumpe ist in den nächsten Jahren erstmal nicht drin. Nervt mich, dass ich das nicht direkt gemacht habe.
Ich ärger mich auch, dass ich damals nicht einfach noch 20k extra aufgenommen habe und direkt die alte Gasheizung losgeworden bin. Bei den aktuellen Zinsen kannst du das ja völlig vergessen