• homoludens@feddit.org
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    11 days ago

    Die Weltwirtschaft stagniert seit 25 Jahren weitgehend. Das Bruttoinlandsprodukt setzt eine wachsende Bevölkerung, zunehmende Ressourcen und eine wachsende Verbraucherbasis voraus.

    Das Ende der Menschheit ist mal wieder leichter vorzustellen als ein Ende des Kapitalismus…

    Ich finde die Gedanken zur Komplexität von Technologie und was es braucht, um sie am Laufen zu halten, wichtig. Aber wenn man schon drüber nachdenkt, die Menschheit ins All zu schießen um die genetische Vielfalt zu erhöhen, könnte auch mal drüber nachdenken, ein anderes Wirtschaftssystem zu entwickeln.

  • NecroticEuphoria@lemmy.ml
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    11 days ago

    Wenn ich das so richtig gelesen habe, verläuft sich das Gespräch zum veralteten “Wirtschaft gut = Menschheit gut”, was meiner Meinung nach nur neoliberaler Rotz ist.

    Und dieser Geburtenratenkreiswichs. Von Gregor Gysi kam mal der Satz, dass wir definitiv nicht das Handwerk verlernt haben, aber halt einfach keine kinderfreundliche Gesellschaft schaffen. Anstatt dann immer der Wirtschaft nach zu heulen und der immer mehr Geld in den Rachen zu schieben, wie wäre es mal mit einer gerechteren Ressourcenverteilung?

    • JensSpahnpasta@feddit.org
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      11 days ago

      Das habe ich mir auch gedacht. Es kann keiner seriös vorsagen, wie das sein wird. Wir kennen zwar die Herausforderungen zum Thema Klimawandel, aber so eine These ist natürlich absoluter Quatsch.

      • GameOverFlow@lemmy.zip
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        11 days ago

        Moment es gibt genügend 10 000 Jahre alte Aufzeichnungen die exakt vorhergesagt haben wie wir heute leben. Also können wir das auch, oder?

  • Aniki@feddit.org
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    11 days ago

    Es gibt dieses mathematische Argument vom “Getreidekornrätsel” - das ist ein bisschen kompliziert, aber ich werde jetzt versuchen, es dennoch zu erklären. Es kommt aus der Stochastik (Wahrscheinlichkeitslehre) und wir haben es an der Uni durchbesprochen.

    Annahme: Ein Getreidekorn, wenn in die Erde gepflanzt, wächst (sicher) zu einer Pflanze heran, die neuen Samen produziert. Dabei kann jede Pflanze 0 bis N neue Samen machen, jeweils mit gleicher Wahrscheinlichkeit. Z.B. für N = 2 wären 0, 1, 2 Samen jeweils mit 1/3 Wahrscheinlichkeit.

    Man beginnt das Spiel mit 1 Samen. Diesen pflanzt man an und erntet immer wieder, sodass die Anzahl der Körner sich von Jahr zu Jahr verändert. Wenn die Anzahl Körner in einem Jahr 0 erreicht, dann ist das Spiel vorbei und man hat verloren.

    Wenn man das Spiel immer weiter spielt, was ist dann die Wahrscheinlichkeit für den Grenzwert Zeit gegen unendlich, dass man noch Körner übrig hat? Also dass die Getreidepopulation nie ausstirbt?

    Die einfache und interessante Antwort ist dass die Wahrscheinlichkeit dass die Population ausstirbt für N ≤ 2 immer bei 100% liegt. Das bedeutet, für N = 2, wenn du mit einer Million Körner beginnst und immer wieder säest und erntest, dann ist der Mittelwert jeder Ernte jeweils wieder gleich wie die Anzahl Körner die du ausgesäet hast, d.h. du würdest wahrscheinlich intuitiv erwarten, dass die Population langfristig zumindest stabil ist. Und dennoch ist es 100% wahrscheinlich dass die Population irgendwann aussterben wird. Das liegt an der asymmetrischen Tatsache, dass es einen Deckel nach unten, aber nicht nach oben gibt, d.h. wenn du mal 0 Körner hast, ist das Spiel vorbei und du kannst nicht fortsetzen.

    Damit die Wahrscheinlichkeit dass die Population nicht ausstirbt größer als 0% ist, muss N ≥ 3 sein, d.h. nur wenn der Mittelwert des Ertrags pro Korn größer als 1 ist, ist das langfristige Überleben gesichert statistisch gesehen möglich.

    Den Beweis für die Aussage erspare ich euch mal jetzt, aber ich kann ihn problemlos bei Nachfrage nachliefern. Der ist auch gar nicht so schwierig.


    Jedenfalls denke ich dass das so ein zentraler Hinter-Kerngedanke ist warum die Wirtschaft so sehr nach Wachstum strebt. Denn Kapitalismus und Wirtschaftswachstum sind keineswegs selbstverständlich; Im Mittelalter war davon keine Rede. Das ist ein Neuzeitliches Phänomen, und ich bin mir ziemlich sicher dass da einiges an “Religion” und “wie sichern wir die langfristige Zukunft der Menschheit” im Hintergrund ist, das das derzeitige System vom Streben nach endlosem Wachstum legitimiert.


    Wie das mit dem Artikel zusammenhängt: Die Raumfahrt ist der einzige Weg zu endlosem Wachstum und zumindest aus philosophischer Sicht denke ich ist das auch gut legitimiert.

  • 5715@feddit.org
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    11 days ago

    Zu wenig Menschen? Exportiert den Rest einfach ins strahlende, schwerelose All.

    Tech-bros…