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InitialsDiceBearhttps://github.com/dicebear/dicebearhttps://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/„Initials” (https://github.com/dicebear/dicebear) by „DiceBear”, licensed under „CC0 1.0” (https://creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/)Q
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2 yr. ago

  • Das scheitert alleine schon daran das Recht ausgelegt und nicht angewendet wird.

    Die Regeln, die der Leim einer Gesellschaft sind, sind aber für gewöhnlich die, wo es eigentlich nix auszulegen gibt. Ich darf dir nicht einfach dein Fahrrad wegnehmen, du darfst mir nicht einfach so den Schädel einschlagen. Wir dürfen nicht mit Gewehr ins Einkaufscenter, müssen an der Kasse bezahlen und bei rot anhalten. Das ist so und zumindest ich find's in Ordnung.

    Die meisten dieser Dinge regeln das Verhältnis zwischen Belangen des Einzelnen und Kosten der Gesellschaft. Die Kosten für die Gesellschaft ändern sich nicht mit dem Geschlecht der Person, die ich liebe. Ebenso die Frage, ob ich kiffe oder nicht (sofern mein Konsum keine Folgeschäden hat). Das mag ein Hinterwäldler anders sehen, aber wir beide wissen es wohl besser.

    Normen sind gelebte Übereinkünfte und das Recht die Kodifizierung unserer Gesellschaft. Es ist ein interessantes Zwischenspiel aber zu sagen “Gesetz ist Gesetz und Punkt” könnte realitätsferner nicht sein.

    Da stimme ich dir voll zu. Mir geht's auch gar nicht um blinden Kadavergehorsam, 'weil Regeln immer recht haben' oder so. Sondern darum, dass ich schon meine wahrzunehmen, dass es in der Öffentlichkeit eine zunehmende Infragestellung auch der Regeln gibt, die eigentlich sinnvoll sind.

    Klar, die Regeln sind immer auch nur die, die wir uns selber geben - und wenn wir uns als Mehrheitsgesellschaft dazu entscheiden, dass sich einfach jeder, dem grad danach ist, auf den Behindertenparkplatz stellen soll, muss man das als Individuum akzeptieren. Aber kacke fände ich diese Entwicklung trotzdem.

  • Die alte Gesellschaftsordnung muss erst untergehen bevor eine neue, hoffentlich bessere entstehen kann.

    Ich bewundere deinen Optimismus. In einem Land, in dem sich die AfD ein hauchdünnes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Union um Platz 1 liefert und gleichzeitig einen Vorsprung zur nächsten demokratischen Partei hat, der der Gesamtzahl der Stimmen für die Linke entspricht, kann ich bei 'Untergang der Gesellschaftsordnung' kaum hoffen, dass etwas besseres kommen wird, sondern eher noch etwas viel schlechteres.

  • Fast sämtliche Medien predigen seit Jahrzehnten ein Ideal, das grenzenlosen Egoismus zur ultimativen Freiheit verklärt, und die Politik wird nicht müde, wirklich bei jedem Scheiß ständig auch bei Dingen, die ureigene staatliche Aufgaben sind, “Eigenverantwortung” zu predigen, während sie gleichzeitig dafür sorgt, dass die Leute, die sie zur “Eigenverantwortung” auffordert, dazu gar nicht in der Lage sind.

    Mal ganz ehrlich: wenn ich vergleiche, welchen Sozialstaat ich im Vergleich zur Generation meiner Eltern genießen kann, dann habe ich da Schwierigkeiten zuzustimmen. Sowohl Pflegeversicherung als auch Kinderbetreuung waren bspw in den 80ern Privatsache. Wenn's da akut wurde, hattest du halt Pech gehabt.

    Die Sozialleistungs- und Staatsquoten sind ebenfalls nicht wirklich zurückgegangen, der Staat bewegt hier sogar mehr Geld. Nur, dank demographischem Wandel, fließt heute viel mehr Geld in Renten und Gesundheitssystem. Trotz steigender Abgaben bleibt da immer weniger übrig. Den Knoten kriegst du auch nicht mehr wirklich entheddert, denn die Politik sträubt sich, dieses Problem anzugehen. Da steckt jedoch kein elaborierter Plan im Namen des Neoliberalismus hinter, sondern schlicht deren blanke Angst vor der mächtigen Wählerschicht "Rentner" und stattdessen ein gemütlich-einschläferndes "Weiter-so!"

    Wer meint, sich nicht mehr an den Regelkatalog unserer Gesellschaft halten zu müssen, handelt rein egoistisch - eine Sichtweise, die normalerweise links der Mitte verpönt ist. Wie es der Gesellschaft darüber hinaus nutzen soll, wenn sich nun jeder das Recht rausnimmt, auch dem Rest der Gesellschaft diesen "Vertrag" aufzukündigen, hat mir auch noch keiner erklären können. Ein Jens Spahn oder zwei Handvoll steuerhinterziehende Milliardäre sind für mich nicht Anlass genug, selber damit anzufangen, auf die zu scheißen, die noch mitspielen wollen beim gesellschaftlichen Miteinander.

  • Das Miteinander findet doch größtenteils nicht mehr statt, es wurde durch ein (bestenfalls) Aneinander Vorbei und ein Gegeneinander ersetzt.

    Da stimme ich zu.

    Egoismus wurde schon vor Jahrzehnten zur Tugend erhoben, denn Egoisten lassen sich besser ausbeuten, weil sie sich eben nicht gegen einen geltungssüchtigen Hilfssherriff (oder einen anderen Ausbeuter) solidarisieren, wie die Fahrgäste in der 1. Klasse.

    Da nicht. Ich glaube nicht, dass Egoismus uns seit Jahrzehnten "aufgezwungen" wurde (von wem?) und auch nicht, dass man uns dann "besser ausbeuten" kann. Die Entscheidung, sich asozial zu benehmen, fällt jeder ganz für sich - und trägt folglich die Verantwortung. Ob man es nun tut, weil man keine Sanktionierung befürchtet, oder weil der Andere es ja auch macht, ist letztlich vollkommen egal.

    Inwiefern lässt sich jemand, der wie die Axt durch den Wald geht und auf seine Mitmenschen keine Rücksicht mehr nimmt, besser ausbeuten, als jemand, der noch an grundlegende Werte wie Solidarität und Gemeinwohl glaubt?

    Aber einfach nur glauben, man könnte die Gesellschaft verbessern, indem man sich blind und ohne Verstand an alle Regeln hält, ist nicht zielführend.

    Das sage ich nicht. Ich sage, dass es der Gesellschaft massiv schaden wird, wenn man sich selber einfach nicht mehr an Regeln gebunden sieht. Denn, wie gesagt, denke das mal in seiner Konsequenz zu Ende: wer wird sich in so einer Welt durchsetzen, wer wird da am Ende die Hosen anhaben?

  • Ja, da hast du recht.

    Wie gesagt, mir geht es dabei auch weniger um das Sheriff-Gehabe des B. Palmer, sondern um den grundsätzlichen Gedanken dahinter. Und da sehe ich schon die Tendenz, dass das Klima des Miteinanders im öffentlichen Raum verbesserungsfähig ist und zu viel Egoismus und Enthemmung herrscht. In einem anderen Thread hier geht es darum, dass ein Zugbegleiter nach einem Angriff bei einer Ticketkontrolle mit dem Tod ringt. Die Verbesserung fängt mit jedem von uns an.

  • Ja eben. Weil der ganze Blick durch diese rosarote "Klasse"-Brille in den wenigsten Fällen Sinn ergibt, da diese suggerierte Trennung im Alltag schlicht nicht da ist.

    Warum ist davon auszugehen, dass Omi und Migrant nebeneinander im Bus der gleichen Klasse angehören? Omi kann ein Einfamilienhaus besitzen und 250.000 € bar im Keller liegen haben. Ist sie in der gleichen Klasse wie der Migrant, der alle paar Monate der Behördenwillkür ausgesetzt ist und mit einem Bein im Abschiebeflugzeug steht? Wenn der Kontrolleur in den Bus kommt, wessen Fahrschein wird wohl genauer untersucht?

    Wen treten denn ein paar Jugendliche, die für sich entscheiden, dass sie ab jetzt in der 1. Klasse sitzen? Leute, die in der 1. Klasse sitzen und nun mit der Anwesenheit der Jugendlichen leben müssen? Oder vielleicht doch andere Leute in der 2. Klasse, die sich im Gegensatz zu ihnen nicht das Recht nehmen, sich einfach einen Platz zu nehmen in einem Bereich, für den sie nicht bezahlt haben?

    So ein Ansatz wie der von den Jugendlichen funktioniert nur, weil es eben nicht jeder macht, weil die anderen nicht ihre eigenen Regeln machen. Mir fällt es schwer, dem zu applaudieren.

  • Gesamtgesellschaftlich betrachtet vielleicht unschön

    So kann man's natürlich auch ausdrücken. Denn denk das mal zu Ende: wo soll das hinführen?

  • Diese Bereitschaft gibt es aber nicht

    Doch, diese Bereitschaft gibt es im Großen und Ganzen natürlich schon noch. Die weit meisten Leute zahlen ihre Steuern, parken nicht auf dem Behindertenparkplatz, halten vor dem Zebrastreifen, rauchen nicht in der U-Bahn und probieren auch sonst, ihren Mitmenschen nicht über Gebühr auf den Sack zu gehen.

    Wenn du jetzt die Verfehlungen mancher, sich an unsere Regeln zu halten, als Anlass nehmen magst, dir daraus eine Rechtfertigung abzuleiten, anderen (!) gegenüber (denn sind wir mal ganz ehrlich, selbst in der 1. Klasse der Bahn aus der Geschichte hier hat dieser romantisierte 'Ungehorsam' genau null Effekt auf Milliardäre und Superreiche - für die sind schließlich alle Leute, die Bahn fahren müssen, aus der "Unterklasse", egal ob da jetzt ein gelber Streifen auf dem Waggon ist oder nicht) ebenfalls auf die Regeln zu scheißen, frage ich mich wirklich, was dein Long Game bei der Sache sein soll. Denn für mich läuft das nur wieder darauf hinaus, dass sich das Recht des Stärkeren durchsetzt. Wie das marginalisierten Gruppen zuträglich sein soll, ist mir schleierhaft.

  • In einer Gesellschaft geht es nur, wenn es die universelle Bereitschaft gibt, sich an gewisse Regeln zu halten - und nicht nur die, auf die man gerade Bock hat.

    Macht du die Dose auf, dass Leute doch ruhig auf Regeln scheißen sollen, die sie ablehnen, darfst du dich nicht wundern, wenn in Folge so gut wie jede Regel mit irgendeiner Begründung abgelehnt wird und jeder nur mehr egoistisch das macht, was er will.

    Und ich gehe mal stark davon aus, dass du das letztendlich genau so scheiße finden würdest wie ich.

  • Bist du sicher?

    Das heißt, wenn ein jugendlicher Migrant im Bus neben Oma Edeltraud sitzt, ist es ok, wenn er sich ihr gegenüber asozial verhält, weil er als Mensch mit Migrationshintergrund marginalisierter ist als eine biodeutsche Oma in der Rentnerrepublik? Oder doch nicht, weil er ein Mann ist und sie eine Frau? Oder er ist jung und sie alt? Was, denn sie einen Pelzmantel trägt und er nur ausgetretene Sneaker? Was, wenn er für seine sexuelle Orientierung diskriminiert wird?

    Ehrlich gesagt: wenn ich jemanden auf der Straße erlebe, der sich scheiße verhält, sei es pöbelnd in der Bahn, mit seinem Auto auf der Busspur am Stau vorbeibrausend, ist mir scheiß egal, welcher sozialen Kaste derjenige angehört: er/sie/* handelt asozial und ich sehe nichts, was das rechtfertigen könnte.

  • Wenn sich durchsetze, dass Menschen, die Normen einfordern, sich rechtfertigen müssen, sei „etwas grundlegend schiefgelaufen“ im gesellschaftlichen Verständnis von Ordnung und Respekt

    Man kann zu ihm und dem latenten Sheriff-Gehabe sicher stehen, wie man will - damit hat er allerdings recht.

  • At least the bucket of shit includes a bucket..

  • It looks like a list of countries that are so comfortably safe, secure and stable (well.. maybe not the US) that they won't have a need for weapons anytime soon anyway. Excluding the Baltics for example only strengthens this suspicion.

  • If it is still true, it means this whole manoeuvre wouldn't fix the problem other countries have with the current Swiss regulations.

    These other countries got wary because they couldn't give their weapons to a country in need due to Swiss regulations - and this would remain the case. So it's eyewash.

  • gedämpftes piep-piep von unter dem OP-Verband

  • This must be done "in a timely manner" and forms part of the conditions under which the Economy Ministry authorized the acquisition of TanQuid by US company Sunoco LP.

    So while we read that a US firm from the MAGA sphere bought critical infrastructure in Germany and (rightfully) got upset about that, it all along was the plan for them to have to sell that piece of critical infrastructure for the deal to be authorised?

    Sometimes I'm so tired of getting baited to become enraged about something that only a couple of days later turns out to be completely different all along. What a waste of time.

  • Ich bin wirklich gespannt, ob der Druck ausreicht, dass hier tatsächlich noch Microsoft abgesägt wird.

    Denn die Strahlkraft wäre immens, wenn Microsoft selbst im Bundesland seiner Deutschlandzentrale (reiner Zufall natürlich) einen quasi eingetüteten Vertrag nicht mehr durchbekäme.

    Hoffen wir das beste.

  • Replacing these systems would take years and require massive investment.

    Let's be brutally honest: it's not like we have a choice.

    It's not a question of if but merely one of when. So we better get going.

  • Naja, die Argumente sind schon etwas anders:

    Teilzeit ist “Lifestyle-Teilzeit” und Teilzeitarbeit ist keine richtige Arbeit

    Der Wirtschaftsflügel der Union möchte, dass auf die Rekordhöhe der Teilzeitquote und den gleichzeitigen Fachkräftemangel damit reagiert wird, dass der Anspruch auf Teilzeit nur noch bei besonderen Gründen gelten soll, nicht jedoch bei der, wie sie sagen, "Lifestyle-Entscheidung", Teilzeit arbeiten zu wollen.

    Saisonarbeiter, die in der Landwirtschaft 10 Stunden+ körperlich ranklotzen, sind keine “Vollerwerbstätigkeit” und verdienen damit keinen Mindestlohn

    Da gehts nur um die Landwirte dahinter, die mit ihren Produkten wettbewerbsfähig bleiben wollen. Die Argumentation, warum die Saisonarbeiter keinen Mindestlohn verdienen sollten, ist natürlich Unfug, das zugrundeliegende Problem ist dennoch real: im EU-Binnenmarkt wirkt stets die Dynamik, dass die Produktion an den günstigsten Ort wandert, gerade wenn es eine Arbeit ist, die vergleichsweise leicht zu erlernen ist, wie in der Landwirtschaft. Für uns als Verbraucher erst mal super, für den Landwirt in Deutschland ein Problem.

    Leute, die in Vollzeit arbeiten, sind zu wenig leistungsbereit, zu häufig krank und brauchen eine neue Mentalität. Daher schaffen wir den 8h Tag ab

    Alles verzweifelte Versuche, die schwächelnde Wirtschaft wieder zu beleben. Das Aufweichen des starren 8h-Tages könnte für manche ja sogar ganz interessant sein, weil sie dann bspw. den Freitag vorarbeiten könnten und dann drei Tage frei hätten. Das könnte man aber ebenfalls erreichen, indem man die tägliche Höchstarbeitszeit auf 10h erhöht, bei gleichzeitiger Einführung eines wöchentlichen 40h-Deckels.

    Das ganze löst aber null das zugrundeliegende Problem, dass immer mehr Leute der Meinung sind, dass sich Arbeit nicht mehr lohnt - und entsprechend nicht mehr bereit sind, dafür ihr restliches Leben auf den Kopf zu stellen. Dafür müssten ein paar grundsätzliche Weichen umgestellt werden - und bisher setzt die Politik lieber auf billige Kosmetik.

  • Ich war aber auf Demos, wo auch festgehaltene und untergehakte Leute weggetragen wurden?! Das geht, das ist halt Arbeit und viel davon.

    Das "Problem" sehe ich dabei aber darin, dass da ruckzuck die Dose § 113 StGB Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte offen ist: widersetze ich mich dem Wegtragen bspw. mit körperlicher Kraft, leiste ich juristisch gesehen mit Gewalt Widerstand. Dadurch öffne ich dem Polizisten Tür und Tor, auf diese Gewalt seinerseits mit Gewalt zu reagieren - wie besagtem Schmerzgriff.

    Wenn da Leute blockieren, die aufgefordert werden, die Blockade aufzuheben und sie dieser Aufforderung nachkommen wollen, bin ich ganz bei dir: wer hier dann dennoch mit Schmerzgriffen hantiert, handelt falsch. Wer sich jedoch auf ein, im wahrsten Sinne des Wortes, Kräftemessen einlassen möchte und den Aufforderungen bewusst nicht Folge leistet, der muss in meinen Augen damit rechnen.

    Und wenn man das dann im schriftstellerischen Kontext von Limerance’ sonstigen Kommentaren betrachtet, komme ich schon zu meiner Interpretation.

    Ja, ich würde definitiv auch nicht jede Aussage in anderen Threads unterschreiben. Aber gerade dann argumentiere lieber dagegen, was wirklich gesagt wurde, statt Worte in den Mund zu legen.