Auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof im französischen Colleville-sur-Mer sagte Hegseth, an anderen Stränden etwa in Spanien, Italien, Griechenland und Bulgarien kämen heutzutage mit Schiffen Menschen an, die gefährliche Ideologien mit sich brächten. Er sprach von einer Invasion, die Europa bekämpfen müsse. Hegseth warf dem Westen vor, in den Jahrzehnten seit der Landung in der Normandie zu einem Großteil bequem geworden zu sein. Viele hätten vergessen, dass Freiheit nicht kostenlos sei und Friede nicht bloß durch Wünsche entstehe. Die Männer, die an den Stränden der Normandie gelandet seien, hätten das gewusst.
Seine Teilnahme an der internationalen Gedenkfeier gestern in Frankreich hatte Hegseth kurzfristig abgesagt. Die Landung in der Normandie mit knapp 7.000 Schiffen und mehr als 130.000 Soldaten trug entscheidend zum Sieg über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg bei.
Unwürdiges und beschähmendes Verhalten.



Ich stimme Hegseth durchaus zu: Über den Strand in Colleville-sur-Mer kamen an diesem Tag sehr gefährliche Ideologien nach Europa - allerdings nicht aus Richtung Mittelmeer, sondern über den Atlantik. Würden die GIs in Colleville heute aus ihren Gräbern auferstehen, sie müssten die Landungsboote herumdrehen und an den Stränden von Long Island bis Palm Beach anlanden, um die Freiheit zu verteidigen und die Welt einmal mehr vom Faschismus zu befreien. Vielleicht vergeudet Herr Hegseth seinen Atem daher besser nicht an eine Laudatio voller schräger historischer Vergleiche und spart ihn sich - für sein Verteidigungsplädoyer in Nürnberg II.