Für mich ist Solidarität gut. Deine Perspektive darauf dass ein Pflichtdienst ausschließlich ausbügelt was der Staat verkackt finde ich zwar eine wertvolle bedenkenswerte Perspektive aber eben nicht die einzige. Das ist einfach zu flach. Die zivilgesellschaftliche Wirkung zum Beispiel wird damit komplett außen vor gelassen. (Zusätzlich müssten ja auch die Eliten die den Abbau von Sozialsystemen vorantreiben sich "die Hände schmutzig machen")
Des weiteren gehst du von einer Annahme aus wie so ein Dienst gestaltet würde und ignorierst dabei jeglichen Gestaltungsspielraum. @kossa@feddit.org hat zB. in einem anderen Kommentar vorgelegt und einen Vorschlag gemacht wie man so einen Dienst komplett anders gestalten könnte.
Dein Meme passt an dieser Stelle super, da ich die Perspektive "die Grünen sind ausschließlich neoliberal" genauso stumpf finde wie "die Grünen sind ausschließlich autoritär". Beide Ansichten sind komplett unterkomplex!
Ich finde dass es schon arg ist in Deutschland von einer reinen Marktwirtschaft zu sprechen. Ich glaube es gibt wirklich genügend sinnvolle Stellen sowohl öffentlich als auch Zivilgesellschaftlich die unterstützenswert sind und die Bandbreite lässt zu dass jeder irgendwas findet was irgendwie passt. Und dass alle Vereine ideologisch sind stimmt einfach nicht (Sportvereine, Musikvereine, Töpfervereine, Kulturvereine, Vereine die Mobilität für eingeschränkte Personen anbieten ..........)
Ich glaube Pflicht und eine hilfreiche Gestaltung sollten halt Hand in Hand gehen in diesem Fall.
Zu den Vätern: ich verstehe es persönlich auch nicht wie man so denken kann aber dass heißt ja nicht dass niemand so denkt. Ich verstehe in sehr vielen Punkten nicht warum ein großteil der Gesellschaft tickt wie er tickt trotzdem versuche ich einen nüchternen Blick darauf zu haben um mit einem genaueren Verständnis effektiver Diskurse führen zu können. Die Ansichten in dieser Gesellschaft sind schmerzlicherweise voll mit inkohärenz und Widerspruch.
Ich verstehe warum der Instinkt besteht viele Dinge aneinander koppeln zu wollen aus einem Gerechtigkeitssinn. Ich denke allerdings viel darüber nach ob wir als Gesellschaft nicht schneller vorankommen wenn wir uns auf inkrementelle Änderungen einlassen, weil man sich dann überhaupt mal in die richtige Richtung bewegt und nicht still steht und dafür riesige Diskussionen führt. Es ist eine Gratwanderung da ich natürlich Gefahren sehe und es bei manchen Dingen erst die Akzeptanz schafft wenn sie gekoppelt werden. In diesem Fall vertrete ich die Ansicht dass ein allgemeiner Pflichtdienst eher Sinnvoll ist und man sich über das wie am produktivsten verständigen kann wenn man diese Grundrichtung geklärt hat. Deswegen finde ich Meinungen produktiver die erst die Grundrichtung erklären und dann sagen wie es ausgestaltet sein sollte.
Es ist sehr verständlich wenn Menschen ersteinmal aus einer Annahme heraus argumentieren wie sie erwarten dass so etwas zur Zeit eingeführt werden würde, aber wie gesagt mMn nicht hilfreich weil es die Erkundung der Möglichkeiten einschränkt. Wenn es dann im Diskurs dazu kommt dass absehbar wird dass es in die falsche Richtung läuft kann man ja immer noch sagen "So nicht!"
Bürgerräte eh guter Ansatz ein beeindruckendes Beispiel fand ich den Guten Rat initiiert von Marlene Engelhorn
Dein Vorschlag ist ein absolutes Träumchen! Würde ich so direkt akzeptieren. Die Dinge die du vorschlägst würde ich im politischen Gestaltungsrahmen verorten den ich ja selber anbringe.
Die HurrDurr Passage beziehe ich jetzt einfach mal nicht auf mich weil das nicht den Aussagen entspricht die ich getätigt habe.
Das mit den Vätern glaube ich ist allgemeinen Gesellschaftlichen Entwicklungen geschuldet die aktuell auch zu einer Überalterung der Menge an Ehrenamtlichen führt. Es gibt unglaublich viele Boomer die davon schwafeln dass sie im Wehrdienst noch "richtige Kameradschaft" erlebt hätten und dass die Jugend mal Wehrdienst machen soll damit sie sich mal fängt, nicht immer nur chillen etc pp. Also es ist ja schon auch ein Hauptkritikpunkt in diesem Thread das die alten diese Dienste für die Jungen wollen. Ich glaube es ist ein Fall von "wenn alle das machen ist es gut aber wenn nicht will ich nicht das mein Kind das dumme ist was es macht wenn alle anderen es nicht machen"
Dass die Schuldenbremse ausschließlich für Rüstung ausgesetzt worden wäre stimmt einfach nicht
CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen einigten sich im März 2025 auf eine Reform der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse.[23] Konkret werden Ausgaben des Bundes in den folgenden Bereichen nur noch bis 1 Prozent des BIP für die Schuldenquote berücksichtigt; alle darüber hinausgehenden Kreditaufnahmen sind fortan von der Schuldenbremse ausgenommen:
Verteidigungsausgaben
Zivil- und Bevölkerungsschutz
Nachrichtendienste
Schutz informationstechnischer Systeme
Hilfe für völkerrechtswidrig angegriffene Staaten.
Durch den letzten Punkt werden auch Auslandshilfen für die Ukraine ausgenommen. Zudem dürfen auch die Bundesländer zusammen Kredite in Höhe von 0,35 Prozent des BIP aufnehmen.
Daneben wird ein schuldenfinanziertes Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro eingerichtet, um zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz zu ermöglichen.
Für die Reform war eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich, für die Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat erforderlich waren. Um diese zu erreichen, wurde nach der erfolgten Bundestagswahl eine Sondersitzung des 20. Deutschen Bundestages einberufen. Der eingebrachte Gesetzesentwurf von SPD und CDU/CSU erreichte am 18. März 2025 gemeinsam mit den Stimmen der Grünen die nötige Zweidrittelmehrheit, eine Woche vor der konstituierenden Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. FDP, Linke, BSW und AfD stimmten dagegen.[24][25][26] Zuvor waren mehrere Eileinträge beim Bundesverfassungsgericht gegen die Sondersitzung abgelehnt worden.[27] Der Bundesrat stimmte der Grundgesetzänderung am 21. März zu.[28]
Kritisiert wurde unter anderem, dass der Katalog an ausgenommenen Ausgaben zu breit gewählt und ungenau definiert sei, sowie dass schon der aktuelle Verteidigungshaushalt zuletzt 1,5 % des BIP betragen habe; es also zumindest teilweise nicht um zusätzliche Ausgaben gehe, sondern lediglich bereits bestehende Haushaltsmittel von der Schuldenbremse befreit würden.[24]
Stimmt, Steuern sind auch ein Angriff auf meine Selbstbestimmung und Freiheit. Parkverbote und Dreißigerzonen unterjochen das deutsche Volk. Solidarität hat Grenzen und das ist meine Scholle und meine Familie. Schulpflicht hat mich Jahre meines Lebens eingekerkert. Ein verpflichtendes Dienstjahr bei dem man frei entscheiden kann wo und in welcher Sparte man es macht ist für mich buchstäblich Zwangsarbeit und Kommunismus. /s
Also ich finde den libertären Freiheitsbegriff den du anlegst schon ein bisschen überholt.
Kann man ja politisch gestalten, oder was spricht dagegen? Ich hab meinen Dienst in einer kulturellen Einrichtung getan, die Arbeitszeit die da reingeflossen ist hätte die Einrichtung sonst einfach nicht zur Verfügung gehabt.
Edit: jetzt wüsste ich aber schon gerne was dagegen spricht Profit auszuschließen in der dementsprechenden Gesetzgebung? Das ist doch eine adäquate Antwort auf das Problem das real bestand (und auch beim BFD in Teilen immer noch besteht)?
Solange niemand daraus Gewinn schlägt juckt mich das Zwangsarbeit Argument herzlich wenig. Ich fände es gut wenn alle Menschen mal ne Zeit für die Gemeinschaft schaffen. Ist unheimlich lehrreich, ich würde es fast schon als ein Jahr zusätzliche Schulpflicht ansehen nur dass man halt gezwungen ist was übers miteinander zu lernen und aus der eigenen Bubble zu kommen. So mancher BWL-Christian wäre evtl eher geneigt Pflegearbeit etc als vollwertig anzuerkennen.
Das Argument dass es unfair wäre weil irgendwer in der Vergangenheit das nicht musste sollte uns nicht aufhalten da man auf dieser Grundlage immer in Gestern bleibt.
Absolut lächerlich wie viele Industrien plötzlich merken dass Habecks Politik eigentlich gar nicht so verkehrt war. Energiewirtschaft ist ein anderes Beispiel
Für mich ist Solidarität gut. Deine Perspektive darauf dass ein Pflichtdienst ausschließlich ausbügelt was der Staat verkackt finde ich zwar eine wertvolle bedenkenswerte Perspektive aber eben nicht die einzige. Das ist einfach zu flach. Die zivilgesellschaftliche Wirkung zum Beispiel wird damit komplett außen vor gelassen. (Zusätzlich müssten ja auch die Eliten die den Abbau von Sozialsystemen vorantreiben sich "die Hände schmutzig machen") Des weiteren gehst du von einer Annahme aus wie so ein Dienst gestaltet würde und ignorierst dabei jeglichen Gestaltungsspielraum. @kossa@feddit.org hat zB. in einem anderen Kommentar vorgelegt und einen Vorschlag gemacht wie man so einen Dienst komplett anders gestalten könnte.
Dein Meme passt an dieser Stelle super, da ich die Perspektive "die Grünen sind ausschließlich neoliberal" genauso stumpf finde wie "die Grünen sind ausschließlich autoritär". Beide Ansichten sind komplett unterkomplex!