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Cake day: October 26th, 2024

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  • Man ist versucht, aus feministischen Gründen zu sagen “ist doch gut, dass die Frauen/Mädchen mal einen Vorteil haben”

    Das ist doch auch ein recht merkwürdiger Feminismusbegriff. Wenn es nicht um Gleichstellung und Emanzipation unabhängig vom Geschlecht geht, isses doch am Ende auch nicht die Lösung der Probleme. Heißt konkret zwar natürlich deutlich mehr Fokus auf die Belange von Frauen und Diversen, weil dort die Missstände am krassesten sind (Femizide, Altersarmut, § 218 StGB, Rollenbilder…); aber das sollte doch nicht dazu führen, dass man es begrüßt, wenn auch mal zur Abwechslung Männer unter dem Patriachat leiden?

    Gute, auf die individuelle Bedürfnislage angepasste Bildung sollte es schlussendlich für alle geben, weil jeder Mensch das verdient; nicht, weil die abgehängten Jungs sonst zu Antifeministen werden.


  • Ich habe mich auf folgenden Punkt bezogen und dachte eigentlich, dass aus dem Kontext heraus klar wäre, dass ich dazu jetzt meinen Senf dazugebe

    Der Rheinmetall-Chef erklärte, »sofern es keine militärische Auseinandersetzung in Deutschland gebe«, werde dann der Höhepunkt der Produktion überschritten und es könnten Überkapazitäten entstehen.

    Ansonsten liegt eigentlich alles was ich geschrieben habe in meinen Augen entweder direkt auf der Hand oder es lässt sich anhand ökonomischer Interessen verargumentieren und durch einen Blick in die USA nachvollziehen, dass das ganz real passieren wird und es auch wahrscheinlich jetzt schon tut (siehe Lobbyregister). An welchem Punkt hast du denn was auszusetzen?

    1. Rüstungskonzerne profitieren von militärischen Konflikten und nehmen politischen Einfluss, damit es verstärkt zu solchen Konflikten kommt oder diese in die Länge gezogen werden. Das generiert nämlich Rahmenbedingungen, in denen es eine stabile Auftragslage durch involvierte Staaten gibt. Wenn Rheinmetall dann, wie im Artikel erwähnt, Ende der 30er plötzlich vor dem Problem der Überkapazitäten bei unzureichender Nachfrage und gefüllten Munitionsständen steht, werden die wohl eher nicht sagen “ok Leute, schade wars, kein Wachstum mehr”, sondern viel eher versuchen die Nachfrage anzukurbeln
    2. Deutschland nimmt massiv Schulden für Aufrüstung auf. Die Zinslast höherer Schulden muss aus dem regulären Haushalt bedient werden und schrumpft deshalb das restliche zur Verfügung stehende Budget, denn durch Wachstum und Mehreinnahmen kann das momentan nicht kompensiert werden
    3. Aktuell wird Soziales, Infrastruktur, Bildung, Mobilität usw. kaputtgespart, weil im Haushalt nicht genug Geld da ist - Priorität haben Militärausgaben aber eben nicht Ausgaben, die den Bürgern das Leben verbessern würden. Sondervermögen für Bahn oder Wohnungsbau wird ja nichtmal groß diskutiert, obwohl das auch riesige Probleme sind



  • Was auch tbh Banane ist. Das Problem ist ja nicht, dass ein Antrag durch die AfD angenommen würde, sondern der reaktionäre Inhalt des Antrags. Insofern brauchts für linke Politik keine Brandmauer - wenn z.B. die AfD einer progressiven Steuerreform zustimmen würde (lol wers glaubt), wär das doch im Grunde nichts Schlechtes; für rechte Politik brauchts die aber schon, denn inhaltlich sind Union und FDP in vielen Bereichen voll auf AfD-Linie.

    Dieses ganze Theater von der Brandmauer ist nur dafür da davon abzulenken, dass der elektorale Rechtsradikalismus mittlerweile von fast allen anderen Parteien in Teilen oder ganz ins Programm übernommen wurde. Sonst müsste sich konsequenterweise Antifaschismus nicht ja nur gegen die AfD, sondern auch gegen die Union, die FDP und sogar SPD, die Grünen oder gar gegen so manchen populären Linkspolitiker richten - also müssten unabhängig von der Parteizugehörigkeit die Inhalte kritisiert werden - und das wäre ja für diese Politiker:innen ein unerwünschtes Ergebnis.










  • Wahrscheinlich unpopulärer Take: Halte ich tatsächlich für eine konsequente und alternativlose Reaktion auf Irans Pläne.

    Die Gehirnakrobatik von Nato-Sofagenerälen wie dir, die sich dann paradoxerweise doch letztlich aufs Völkerrecht berufen wollen, weil man sich dann moralisch irgendwie legitimiert fühlt, ist immer wieder erstaunlich.

    Letztens noch “wenn die Ukraine aufhört zu kämpfen, gibts morgen keine Ukraine mehr - wenn Russland aufhört zu kämpfen ist Frieden” aber die gleiche Logik auf die USA anwenden wäre dann zu viel verlangt, vielleicht weil du den Quatsch vom Atomprogramm noch glaubst oder der Erzählung die USA hätten hier irgendwelche “legitimen Interessen” in den Verhandlungen anzumelden?

    Nachdem die USA nun mit ihrem zweiten unprovozierten Großangriff gezeigt haben, dass keine Absprache, keine Diplomatie, keine Zusage irgendwie Sicherheit schafft - analog zu den pro-ukrainischen Argumenten Russland hätte sich ja auch nicht an die Sicherheitsgarantien gehalten, die die Ukraine nach Abgabe der Aromwaffen und später nochmal 2014 bekommen hat und man könne deshalb nicht auf Verhandlungen mit Putin setzen ohne militärisch abzuschrecken -, ist es folgerichtig, dass der Iran halt da die Daumenschrauben ansetzt, wo es weh tut. Rumnörgeln über Mitbetroffenheit sollten wir nicht, solange wir nicht bereit sind gegen die USA vorzugehen und uns weiter ihre Verbündeten schimpfen.

    […] alternativlose Reaktion […]

    Einfach aufhören den Iran zu bomben und Israel zurückpfeifen wäre halt nicht nur eine Alternative, sondern das Richtige an der Stelle, um weitere Opfer zu vermeiden - und alle anderen Staaten sollten auf die USA und Israel unter Druck setzen, dass das schnellstmöglich passiert.

    Und tu bitte nicht so, als ob die Blockade von Handelsrouten, Embargos etc. neu wären, die verhängt der Westen schon seit Jahrzehnten gegen Staaten, die uns nicht passen - nicht zuletzt aktuell Kuba. Jetzt triffts halt mal uns und plötzlich wittern wieder alle einen unverzeihlichen Regelverstoß, der Tür und Tor für Battle Royale öffnet.