And what I’m saying is that what Thomas Mann is talking about there, when viewed in the context of the rest of his writing is not specific to Nazi Germany but fascism in general. That Thomas Mann is using “Nazi Germany” as a stand-in for fascism because that’s what was most pertinent to him at the time.
Mit anderen Worten: diese Jugend anerkennt mit Herz und Sinn das Gebot, die Freiheit durch soziale Verantwortlichkeit zu bedingen, die Demokratie vom Nationalen zu emanzipieren und sie weltweit, universell zu machen, den Frieden auf eine kollektivistische Freiheit zu gründen, deren Ausdruck und Garant der den Nationalregierungen übergeordnete Weltstaat wäre. Die Vorbedingung dafür, jeder weiß es, ist die Verständigung unserer westlichen Welt mit Rußland, die Begegnung des bürgerlich-demokratischen und des sozialistischen Prinzips in der Anerkennung gemeinsamer menschheitlicher Ziele.
Ist eine solche Verständigung und Begegnung möglich? Die »Realisten« verneinen die Frage. Ihre Antwort ist Krieg. Ich zweifle, ob sie wissen, was sie sagen, ob sie, ganz wörtlich gesprochen, bei Verstande sind, indem sie so antworten. Ihr Sinn ist dick umnebelt vom Interesse, dem erbitterten und zu allem fähigen Interesse an der integralen und zugeständnislosen Erhaltung der »Freiheit«, die sie meinen, der kapitalistischen Wirtschaftsform in ihrer veraltetsten, unangepaßtesten Gestalt. Diese Verstocktheit impliziert den Unglauben an die Entwicklungsfähigkeit anderer Mächte und Systeme, zum Beispiel an diejenige der russischen Revolution, deren radikaler und tyrannischer Kollektivismus der humanen Überlieferung des Westens ein für allemal als der Erz- und Todfeind gegenüberstehen, und deren totalitärer Zwang sich von dem faschistisch-nationalsozialistischen in nichts unterscheiden soll. Wenn kein Unterschied besteht zwischen dem Totalitätscharakter des russischen Sozialismus und des Faschismus, — woher dann, so kann man fragen, die einhellige Entschiedenheit, mit welcher überall die kapitalistische Welt dem faschistischen Schrecken vor dem kommunistischen den Vorzug gibt, ihr offenkundiger Entschluß, lieber den einen anzunehmen als den anderen? - Die russische Revolution ist, wie einst die große Französische, ein historischer Prozeß, der sich in Phasen abspielt, von denen die letzte kaum schon gekommen ist. Es ist so unvernünftig, eine dieser Phasen unter Hohngeschrei mit der anderen erschlagen zu wollen, wie es unvernünftig ist, zu glauben, der Stalinismus bilde die unveränderliche Endform des revolutionären Prozesses. Den russischen Kommunismus mit dem Nazi-Faschismus auf die gleiche moralische Stufe zu stellen, weil beide totalitär seien, ist besten Falles Oberflächlichkeit, im schlimmeren Falle ist es - Faschismus. Wer auf dieser Gleichstellung beharrt, mag sich als Demokrat vorkommen, -in Wahrheit und im Herzensgrund ist er damit bereits Faschist und wird mit Sicherheit den Faschismus nur unaufrichtig und zum Schein, mit vollem Haß aber allein den Kommunismus bekämpfen.
Die Unterschiede im Verhältnis des russischen Sozialismus und des Faschismus zur Humanität, zur Idee des Menschen und seiner Zukunft sind unermeßlich. Der unteilbare Friede; konstruktive Arbeit und gerechter Lohn; ein allgemeiner Genuß der Güter dieser Erde; mehr Glück, weniger vermeidbares und nur vom Menschen verschuldetes Leid hienieden; die geistige Hebung des Volkes durch Erziehung, durch Wissen, durch Bildung - das alles sind Ziele, die denjenigen faschistischer Misanthropie, faschistischen Nihilismus, faschistischer Erniedrigungslust und Verdummungspädagogik diametral entgegengesetzt sind. Der Kommunismus, wie die russische Revolution ihn unter besonderen menschlichen Gegebenheiten zu verwirklichen sucht, ist, trotz aller blutigen Zeichen, die daran irre machen könnten, im Kern — und sehr im Gegensatz zum Faschismus — eine humanitäre und eine demokratische Bewegung. Tyrannei? Er ist es. Aber eine Tyrannei, die das Analphabetentum ausmerzt, kann, ob sie es weiß oder nicht, im Herzen nicht gewillt sein, Tyrannei zu bleiben. Vor einigen sechzig Jahren verspottete Nietzsche, ein sehr großer, nur allzu vieldeutiger Denker, die Volksbildung, indem er ausrief: »Will man Sklaven, so ist man ein Narr, wenn man sich Herren erzieht!« Der russische Sozialismus will offenbar keine Sklaven, denn er erzieht sich denkende Menschen. Damit ist er, beinahe unweigerlich, auf dem Wege zur Freiheit.
And what I’m saying is that what Thomas Mann is talking about there, when viewed in the context of the rest of his writing is not specific to Nazi Germany but fascism in general. That Thomas Mann is using “Nazi Germany” as a stand-in for fascism because that’s what was most pertinent to him at the time.