Ich glaub... Wenn man bei einem beinah beliebigen Thema nur schwarz oder weiß sieht, hat man sich dieses nicht genau genug angeschaut - sonst wird es automatisch nuancierter. Oder man ist zu emotional investiert und will es nicht anders sehen. Oder die eigenen Glaubenssätze (identitätsstiftende Überzeugungen) verbieten es einem.
Vorgefertigte Meinungen und Bauchentscheidungen machen die Welt leichter verdaulich. Das Leben ist kompliziert genug, auch ohne dass man seine Ansichten jedes mal hinterfragt. Das kann man ja ab und an dennoch versuchen, wenn man Luft hat.
Hab den Eindruck das Interview dreht sich mehr um Berichterstattung und Narrative bei polarisierenden Themen. Und um Menschen die dieselben propagieren. Vermutlich aus ganz unterschiedlichen Motiven heraus.
Naja. Irgendjemand muss es machen. Der Dreck ist da, weil dort Autos fahren. Und gemeinschaftlich geht es am schnellsten. Den einzelnen kriegt man ja nicht.
Wenn man es nicht kontrollieren kann und das Unrechtsbewusstsein des Einzelnen fehlt und der Gruppendruck nicht da ist, was kann man da tun?
Ich kenn bestimmte Freizeitsportlergruppen, die sich selbst Regeln zum Sauberhalten der Landschaft auferlegen. Damit sie es weiter dort sein dürfen und es nicht Scheiße aussieht, während sie dort ihre Freizeit verbringen.
Verpflichtendes Saubermachen der Strasenränder für alle Fahrzeugbesitzer, als Übung zum über den eigenen Horizont gucken? Das könnte man wunderbar mit Nachschulung zur ersten Hilfe kombinieren. 2 Wochenenden im Jahr oder so. :D
Ich mag Douglas Adams' Zitat dazu recht gern. Er wollte damit religiöse und antroprozentrische Ansichten illustrieren. Es passt auch hier ganz schön.
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“If you imagine a puddle waking up one morning and thinking, 'This is an interesting world I find myself in — an interesting hole I find myself in — fits me rather neatly, doesn't it? In fact it fits me staggeringly well, must have been made to have me in it!"
Lutz