Finde die Einteilung in „autoritär“ und „antiautoritär“ nicht gelungen. Wenn ich es richtig verstehe, sagt der Artikel aus, dass „Autoritäre“ sich dadurch auszeichnen, dass sie ihre Handlungen dem Gesamtziel einer Revolution unterordnen. Dabei handeln sie Teilweise genauso, wie „nicht-autoritäre“ Personen, aber eben aus der Motivation der Revolution heraus (vgl. „Umdeutung feministische Alltagspraxis“).
Meine Probleme damit:
Das Unterordnen von persönlichen Handlungen unter dem Ziel einer Revolution muss kein autoritäres Regime zum Ziel haben. Ich würde das je nach Ausprägung des Verhaltens eher als konsequentes Handeln bis fanatisch beschreiben. Man könnte zwar argumentieren, dass das zurückstellen der eigenen „natürlichen“ Handlungen und Bedürfnisse eine autoritäre Tendenz der Personen zeigt, allerdings wäre dann zum einen jede Form von selbstlosem Verhalten „autoritär“.
Der Artikel berücksichtigt nicht, dass Menschen auch aus eigenen Wertvorstellungen heraus eine Revolution anstreben können. Wenn eine Person der Revolution wegen für eine Revolution ist, würde ich sagen, dass das oft eine autoritäre Tendenz offenbart. Ich würde aber sagen, dass die meisten politisch aktiven Revolutionär-Linken eher ein ausgeprägtes Problembewusstsein für verschiedene Themen haben und aus unterschiedlichen Gründen überzeugt sind, dass man diese Probleme nur über eine Revolution lösen kann. Das geht nicht automatisch mit autoritären Denkmustern einher.
Eine Reduktion des Staates auf Gewaltausübung, sowie das Zurückstellen von eigenen Handlungen/Bedürfnissen kann auch durch eine herrschaftskritische, „antiautoritäre“ Position entstehen.
„Antiautoritär“ wird definiert als die Ablehnung von kollektiven Bewegungen und der Ablehnung der Betrachtung der Gesellschaft als Kollektiv, sowie eine Ablehnung von (Selbst-)Disziplin (?).
Meine Probleme:
Hier wird (mal wieder) die Existenz von Anarchisten, die klar antiautoritär sind und gleichzeitig eine kollektive Gesellschaft anstreben, ignoriert. Das finde ich ziemlich krass, da es eigentlich gerade in Bremen eine starke anarchistische und eine starke autonome Szene gibt.
Die Kritik klingt wie etwas, das jemand, der sich nie mit Anarchismus beschäftigt hat, über Anarchisten schreiben würde. Schließlich ist es ja auch unmöglich, dass jemand dessen politische Bewegung ihren Treffpunkt in einem Graffitty-beschmierten, zugestickerten Haus hat, Selbstdisziplin besitzt.
Selbst wenn die Beschreibung zutreffend wäre (was die nicht ist), erklärt sie nicht, warum ein „Antiautoritärer“ keine Selbstdiziplin haben sollte.
Können die machen, weiß das viele hier das BSW nicht mögen (ich auch nicht), aber ist ihr gutes Recht. Wenn mir 9.000 Stimmen fehlen würden, würde ich das auch machen
Ist dir die Dimension von dem, über das wir hier sprechen überhaupt bewusst. Es geht nicht um „1200 russische Faschisten“, sondern Millionen Zivilisten.
Du hast geschrieben „ Putin weiß ganz genau, dass seine Macht nur bestehen bleibt, wenn die Bevölkerung im (aus seiner Sicht) “schlimmsten” Fall apathisch bzw. “unpolitisch” ist. Und genau deshalb werden primär Russen aus abgelegenen Regionen an die Front geschickt. Was Putin sich nicht leisten kann, sind Berge an Leichensäcken in Moskau und St. Petersburg und einem Aufstand der Ehefrauen und Mütter.“
Das bin ich davon ausgegangen, das du auf Widerstand innerhalb Russlands hoffst. Welchen Sinn sollen Sanktionen gegen russ. Zivilisten haben, wenn sie nichts bewirken, außer menschliches Leid?
Was glaubst du denn, mit Sanktionen gegen russ. Zivilisten erreichen zu können?
Glaubst die echt, dass die Grenzen von 2013 irgendwie realistisch sind? Mit Trump in Washington?
Afghanistan ist ein komplett anderer Fall. In Afghanistan gab es große Anti-Sowjetische Guerillas, die gibt es in Russland nicht.
Um eine solche Verzweiflung zu erzeugen müsste man die Menschen am den Rand das Hungertodes bringen. Dazu bin ich nicht bereit. Gerade weil es mal wieder die eh Marginalisierten und Armen trifft.
Ich verstehe nicht, warum die russ. Bevölkerung bei Sanktionen gegen Putin kämpfen sollte. Putin kann einfach sagen, das „der Westen“ schuld ist, schließlich hat „der Westen“ die Sanktionen verhängt. Das ist so ein einfaches Narrativ. Mit fällt kein einziges Ereignis und der Geschichte ein, bei dem gezielte Angriffe auf die Zivilbevölkerung diese zur Revolution gebracht haben. Die Bombardierungen von London führten zu Massenmobilisierungen und Patriotismus unter Londonern. Die Bombenangriffe auf deutsche Städte während WW2 führten zu mehr fanatismus und sorgten dafür, das mehr Menschen auf Hilfslieferungen des NS-Staats angewiesen waren, was zu mehr Loyalität führte. Das Embargo von Kuba war ebenfalls nicht wirklich effektiv (außer das es einen Haufen Menschen tötete). Selbes in DE während WW1 (Revo kam erst nach Krieg, während Waffenstillstand), …
Tut mir leid, aber wir leben in einer parlamentarischen Demokratie. Man wählt das, was am wenigsten Menschen tötet und das ist die Linke. Ich verstehe, dass du das nicht gut findest (welcher Mensch könnte das schon).
Ist tatsächlich kein Whataboutism. Unabhängig davon, welche Partei man wählt (oder ob man wählt), wählt man eine Politik, die den Tod von Menschen zu verantworten hat. Das wollte ich mit den Verweis auf Gaza, Rojava und den Sudan aussagen.
Deshalb macht es keinen Sinn, eine Wahlentscheidung auf die Art und Weise, wie es der Kommentarschreiber getan hat, zu emotionalisieren.
Inwiefern passt „die Realität“ nicht mit „meinem Weltbild“ zusammen?
und die russische Bevölkerung solle nicht benachteiligt werden.
Based
Bekanntlich kann man super innenpolitischen Druck in Russland aufbauen, wenn die Mehrheit weiterhin Putin geil findet und nichts von seiner Politik merkt.
In einer Oligarchie wie Russland ist relativ egal, was einfache Menschen denken. Die einzigen möglichen internen Einflussfaktoren sind das Militär, die Oligarchen und evtl. radikalisierte, gewaltbereite und bewaffnete Kriegsgegner.
Wenn wir ein paar Seile spannen, auf die sich die Arbeiter lehnen können, brauchen wir die Arbeiter auch keine Wohnung mehr und wir können die Löhne „rationalisieren“
(Auf den Bild sind Arbeitslose, die ein Seil angemietet hatten, aber haben auch viele Arbeiter gemacht)
Finde die Einteilung in „autoritär“ und „antiautoritär“ nicht gelungen. Wenn ich es richtig verstehe, sagt der Artikel aus, dass „Autoritäre“ sich dadurch auszeichnen, dass sie ihre Handlungen dem Gesamtziel einer Revolution unterordnen. Dabei handeln sie Teilweise genauso, wie „nicht-autoritäre“ Personen, aber eben aus der Motivation der Revolution heraus (vgl. „Umdeutung feministische Alltagspraxis“).
Meine Probleme damit:
„Antiautoritär“ wird definiert als die Ablehnung von kollektiven Bewegungen und der Ablehnung der Betrachtung der Gesellschaft als Kollektiv, sowie eine Ablehnung von (Selbst-)Disziplin (?).
Meine Probleme: